autor: casigordo 12.02.04

Ometepe Teil IV

So ging es also weiter mit dem Rad, anstatt mit dem Auto. Waere ja auch wirklich laecherlich, jetzt aufzugeben, nicht war ? Vorbei ging es wieder an der Playa Santo Domingo, immer weiter, bis zu der Abzweigung, wo ich die Hauptschlaglochpiste Moyogalpa - Altagarcia einst verliess. Dort angekommen stellte ich sogleich zweierlei fest, erstens, der Bus nach Moyogalpa hat diese Stelle soeben passiert und war, etwa 300m links von mir, bereits nahezu uneinholbar, vorbei gefahren. Zweitens, der Bus Richtung Altagarcia hat meine Abzweigung ebenfalls gerade passiert und quaelte sich einen kleinen Anstieg hoch. Was also tun? Da ich nicht riskieren wollte, den Bus nach Moyogalpa doch nicht zu erwischen, wenn ich da hinterherhechel, entschloss ich mich fast automatisch, nach Altagarcia zu fahren, fuenf Kilometer, das erschien mir gerade noch machbar. "Der letzte kleine Anstieg, nur noch fuenf Kilometer, es ist auch gar nicht so steil hier", redete ich mir Mut zu, aber es half nichts, ich stieg ab und schob. Ein Paerchen auf einem Mountainbike kam scheinbar muehelos an mir vorbeigefahren, Er tretend, Sie laessig auf dem Lenker sitzend. Tief in meinem Stolz verletzt schwang ich mich wiederwillig aufs Rad und riss mich nochmal zusammen. Kurz vor der Bergkuppe hatte ich Sie wieder und zog an Ihnen vorbei. Das waere ja noch schoener. Von da an ging es nur noch bergab und ich rollte mit dem Rad bis ins Zentrum der Stadt. Endlich im parce central in Altagarcia angekommen liess ich mich schlapp auf eine Parkbank plumsen und wartete auf den Bus. Ich musste nicht lange warten, denn nach einer halben Stunde war er da. Ich schaffte meinen mueden Koerper in den Bus, nachdem ich mein Rad vorher dem Busbegleiter (gibts hier tatsaechlich) zum Verstauen anvertraut hatte. Ich war ueberrascht, dass die Fahrt nur eine Stunde dauerte, denn ich hatte eigentlich locker mit zweien gerechnet.
In Moyogalpa gab ich auch sofort das Rad wieder ab, es war ca. 17.00 Uhr und bestellte sofort das erste Bier. Ich war mit mir und der Welt zufrieden. 25 km am ersten Tag und 30 am zweiten, dazu 6 km Fussmarsch, wahrlich keine schlechte Bilanz.
Ich wollte an diesem Tag nicht mehr nach San Jorge zurueckkehren, und so nahm ich mir ein Zimmer in der naechst besten Hospedaje. 2 Dollar, billiger geht es wirklich nicht, allerdings war diese Unterkunft auch wirklich schaebig. Am naechsten Tag liess ich mir Zeit und machte mich erst gegen 10.00 Uhr auf zum Faehrableger und welche Ueberraschung, die "Senora del Lago" stand bereit zur Ueberfahrt. So wurde mir dann auf der Rueckfahrt mit dem Boot nochmal leicht schlecht. Da Wikinger aber bekanntlich nicht seekrank werden, schob ich diesen Zustand voruebergehender Schwaeche auf den Platzmangel, der im Kutter herrschte, und nicht auf dessen Geschaukel. Ein erfolgreicher und schoener und anstrengender Kurztripp ging zu Ende.