Oettingen

16.09.07
TSV Oettingen - SC Untere Zusam 1:3
Stadion am Weißen Kreuz, Oettingen
autor: alteheide

 

Die Leute verbinden mit dem Namen „Oettingen“ - wenn überhaupt - nur eines: Bier. Klar. Deutschlandweit der größte Ausstoß unter allen Brauereien. Und saubillig.

Turm

Doch meine kleine Heimatstadt nur auf Bier zu reduzieren wäre ungerecht. Wir haben Störche, Schlösser, das Heimatmuseum, den Hofgarten, die Jakobskirche mit -turm, den Marktplatz mit katholischer Fachwerk- und evangelischer Barockgiebel-Häuserseite, das Naturfreibad auf der Wörnitzinsel und das herrliche, wunderbare, phantastische Roßfeld. Die Menschen sind nett (wenn man sie erst einmal kennengelernt hat), und der Bäcker-Meyr hat das beste Brot, das ich je gegessen habe, und der Koller die besten Käsestangen und meine Mutter die besten selbergmachten Spätzle. Und noch dazu ist Oettingen Heimat des glorreichen TSV 1861 Oettingen...

TSV Oettingen

Größte Erfolge der Vereinsgeschichte: Na ja. Der TSV hat sich, was Fußball angeht, nicht ausgesprochen mit Ruhm bekleckert, sondern bewegte sich maximal auf Kreisliganiveau. Immerhin - so zumindest verrät es die Homepage des TSV - hat es ein Spieler aus den eigenen Reihen, Bertl Soiderer, in den 1950er Jahren bis zu den Stuttgarter Kickers in die Regionalliga - der zu jener Zeit höchsten deutschen Spielklasse - geschafft . Und da fällt mir noch etwas ein: Wir haben damals in der E-Jugend mal ein Hallenturnier gewonnen, gegen den FCA im Finale mit 1:0.

Aber da sich die Qualität eines Vereines nun mal garantiert nicht an der Anzahl der gewonnenen Trophäen bemisst, kann ich mit Fug und Recht behaupten: Der TSV ist ein guter Verein. Denn er erfüllt die zentrale Aufgabe eines Sportvereins: Leuten die Möglichkeit zu geben, ihren Sport auszuüben. Oder den Aktiven bei der Ausübung zuzuschauen. Gegen den SC Untere Zusam, eine Spielvereinigung aus der Gegend um Wertingen, kamen ca. 150 Zuschauer an Sportplatz naus. Bei Riesderbys können es schon mal 500 werden - und das in der drittletzten Liga.

Alles

Für den TSV geht es in dieser Saison ausschließlich um den Erhalt der Klasse. Vor diesem Spiel standen sechs Punkte aus sechs Spielen zu Buche, und dass es nach dem Duell nicht zumindest einer mehr war, lag an der hervorragenden Chancenauswertung der Gäste, die in der ersten Spielhälfte viermal vor dem Oettinger Tor auftauchten und dabei drei Treffer erzielten. Da beim TSV offensiv nicht recht viel zusammenlief, war das Spiel eigentlich schon nach einer guten halben Stunde entschieden. Um die 60. Minute herum fiel zwar noch das 1:3 durch Markus Engelhardt, und die Oettinger hatten noch einen Pfosten- und einen Lattentreffer zu verzeichnen, blieben aber letztenendes zu harmlos, um das Spiel noch drehen zu können.

Baum

So maulten die Zuschauer noch ein bisschen, wahlweise über die schlechte Abwehr oder den schlechten Sturm, tranken ihr Bier oder ihren Kaffee aus und gingen nach Hause. In zwei Wochen werden sie wieder da sein - darunter auch wieder mein Vater, obwohl der schon vor 25 Jahren lautstark verkündete, NIE MEHR hinzugehen, wenn die Erschte weiter so einen Scheiß zusammenspielt.

Und eines ist sicher: Wenn er hingeht, wird er Bier trinken. Oettinger. Aber nur, weil es im Sportheim kein Gutmann-Weizen gibt.


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Eintrittskarte

Bank

hinter dem Tor

Freistoss

schraeg