08.05.05
TSV 1860 München ­ Alemannia Aachen
Städtisches Stadion an der Grünwalder Straße
Zuschauer: 19700

autor:
ghostwriter

Ich bin wieder da, im Städtischen Stadion an der Grünwalder Straße. Viel Zeit ist ja nicht gerade vergangen, seitdem ich mich hier das letzte Mal aufgehalten hatte. Gerade mal neun Monate sind seither ins Land gezogen. Ich hatte eigentlich nicht mehr damit gerechnet, dass es mich nochmals hierher verschlagen würde. Aber einem glücklichen Umstand und einem Spezl aus alten Tagen (danke Klaus), habe ich diesen nochmaligen Besuch im „Grünwalder“ zu verdanken. Diesmal wird es aber wohl für mich das allerletzte Mal sein, denn aufgrund der Tatsache, dass der Fußballtempel in Fröttmaning kurz vor der Vollendung steht, wird das Spiel des heutigen Tages definitiv das Vorletzte der Münchener Löwen auf diesem Sportplatz sein. Schade!
So steh ich also wiedereinmal in der Westkurve, diesmal aber im Block H (glaube ich), inmitten des eingefleischten 60er-Anhangs. Direkt hinter dem Tor auf halber Höhe der Stehplatztribüne, habe ich einen perfekten Blick aufs Spielfeld. Der Blick schweift über das weite Stadionoval. Es hat schon irgendwas. Ich war immer gerne hier gewesen.
Schließlich gibt es dann noch eine Premiere für mich. Zum ersten Mal in meinem Leben trinke ich leichtes Bier. Und dann auch noch gleich zwei Becher davon. Ich lebe ja eher nach der Deviese, wenn schon kein gescheites Bier da ist, dann will ich auch keines haben. Aber heute hat es mich einfach überkommen. Man sollte sich schon standesgemäß von Giesings Höhen verabschieden und mit Bier drauf anstoßen, wenn´s auch ein leichtes ist.
Schließlich geht’s endlich los. Anpfiff. Das Wetter präsentiert sich bis dahin wechselhaft. Mal dicke graue Wolken, mal Sonnenschein. Just in diesem Moment aber verdunkelt sich der Himmel und Petrus öffnet seine Schleusen. Es gibt einen richtigen Duscher, der nicht gerade dazu beiträgt mein Bier dicker und somit „schwerer“ zu machen. Ach so, ich hatte ja ganz vergessen zu erwähnen, dass der heutige Gegner der Sechziger die Alemannia aus Aachen ist. Eigentlich hat diese Spiel schon einiges an Brisanz zu bieten, denn der Sieger der heutigen Partie kann sich noch berechtigte Hoffnungen auf das Erreichen eines Aufstiegsplatzes zur 1. Bundesliga machen. Der Verlierer kann quasi einpacken und sich auf die kommende Zweitligasaison vorbereiten. Das Stadion ist gut gefüllt, die Stimmung gut.
Nun aber zurück zum Anpfiff. Es geht gleich munter los. Schnell wird deutlich, daß die Alemannia heute mit dem Spielwitz der Löwen nicht zurechtkommen wird. Sie sind schlichtweg überfordert. Die Blauen haben einige gute Möglichkeiten, ins Tor der Aachener zu treffen, lassen jedoch alle bis auf eine ungenutzt. Dieser Treffer allerdings war äußerst sehenswert und nicht alltäglich. Eine herrliche Hereingabe von der rechten Seite, getreten von Kolomaznik drischt Milchraum (schöner Name) volley und unhaltbar ins gegnerische Tor.
Nach der Pause geht die Sturm- und Drangphase der Münchener weiter. Aachen hat nicht den Hauch einer Chance und muss sich zusammenreißen, um nicht vollständig unter die Räder zu kommen. Die Stimmung im Stadion, aufgrund der Überlegenheit der Heimmannschaft, ist weiter sehr gut. Mal sehn, ob die in der Arena dann auch mal so gut rüberkommt. Ich habe da so meine Zweifel. Ich schweife schon wieder vom Spielgeschehen ab. Aber es gibt eh nicht mehr viel zu berichten, außer, dass 60 noch zwei Tore macht und somit die Partie mit 3:0 für sich entscheidet. Hochverdient sacken die Blauen somit also die drei Punkte ein und können somit weiter vom Ziel Wiederaufstieg träumen.
Wenn es allerdings nicht klappen sollte, so komm ich doch gerne mal wieder zu den Löwen. Schließlich habe ich schon auch Interesse, mir selber mal ein Bild von der Fröttmaning-Arena zu machen. Und das lieber in der 2. Liga bei den 60ern als eine Klasse höher, bei einem Spiel der „Roten“.
Ich habe mir nämlich geschworen, daß ich die Arena nie zu einem Spiel des FC Bayern betreten werde, es sei denn, der FC Bayern ist aufgrund mieser Machenschaften von U. Hoeneß kurz vor der Insolvenz und bittet den FC St. Pauli um ein Benefizspiel um seine klammen Kassen wieder etwas aufzufüllen.

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