19.03.2005
Berliner AK 07 – SV Babelsberg 0:1
Stadion an der Lüderitzstrasse, Berlin

20.03.2005
Tennis Borussia Berlin – FC Anker Wismar 4:0
Mommsenstadion, Berlin
autor: alteheide

 

Das schöne an einer solch großen Stadt wie Berlin ist, dass man ständig Fußballspielen auf durchaus hohem Niveau beiwohnen kann. Was wir dann auch taten.

AK, der „Athletik-Klub“, ist in Wedding beheimatet. Aufgrund des strengen Winters war der Rasenplatz wohl noch nicht so gut in Schuss, so dass nebenan auf Kunstgeläuf gespielt wurde. Ein kleiner Wermutstropfen - ansonsten wurde es ein sehr schöner Nachmittag mit einem feinen Spiel vor stattlicher Kulisse, wobei eindeutig mehr Babelsberger am Start waren als Heimfans. Entsprechend laut wurde der einzige Treffer der Begegnung gefeiert, durch den sich die Brandenburger jetzt erst einmal auf dem zweiten Platz der Nordstaffel der Oberliga des Nordostdeutschen Fußballverbandes festsetzen. Da der derzeitige Tabellenführer, die Amateure von Hansa Rostock, nicht für die Regionalliga gemeldet haben, bestehen also gute Aufstiegschancen. Und das freut den Besucher, der Fußball sehen will, ohne ständig Ärger mit idiotischen Fans haben zu müssen. Auf geht’s, SV Babelsberg 03!

 

 

Apropos angenehm: Auch der Sonntagsausflug nach Charlottenburg gestaltete sich ganz nach unserem Gusto. TeBe scheint – zumindest was das Publikum angeht – der einzige durchwegs akzeptable unter den großen Berliner Fußballclubs zu sein. Der Eintritt kostete ermäßigt sensationelle 2 Euro, die Musik im Stadion hatte Niveau (Superpunks „Ich weigere mich aufzugeben“ wohnt ja geradezu Symbolcharakter inne, wenn man bedenkt, dass gerade einmal 310 Zuschauer den Weg ins Mommsenstadion gefunden hatten), und der Stadionsprecher war mit einer Eigenschaft ausgestattet, die den meisten Menschen und/oder Stadionsprechern fehlt: Selbstironie.

Das Spiel begann flott, wobei die Gäste von Anfang an nicht den Hauch einer Chance hatten; bereits nach zwei Minuten stand es 1:0. Überragend: der dreifache Torschütze Michael Fuß, der nach jedem seiner Torerfolge von der Stadionregie mit dem Ärzte-Song „Micha“ gefeiert wurde. TeBes Nummer 9 hat nun schon 20 Saisontreffer aus genau so vielen Oberligaspielen auf dem Konto. Holger Stanislawski, übernehmen Sie! Noch ein Rico Hanke tut dem FC St. Pauli sicherlich gut. Käpt’n bei den Lila-Weißen ist übrigens Daniel Scheinhardt, der ja noch mit Stani zusammen verteidigt hat, und dessen Demission, wie so vieles in den letzten Jahren, nicht geradezu den ruhmreichsten Kapiteln der Hamburger Vereinsgeschichte gehört. In Berlin wird er hoffentlich besser behandelt; TeBe zumindest scheint nach den Turbulenzen der Vergangenheit (Göttinger Gruppe und die Folgen) wieder in ruhigeren Gewässern angekommen zu sein. Und das ist auch gut so.

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