28.08.04
New England Revolution Washington D.C. United
Gilette Stadium
autor:
sestom

Aug 29 2004. Foxborough, Mass. – The New England Revolution (5-9-9, 24 pts.) played D.C. United (6-8-9, 27pts.) to a 0-0 draw in front of a crowd of 17,236 at Gillette Stadium. Revolution goalkeeper Matt Reis came up with seven saves to earn his second shutout of the season.

So stand es am nächsten Tag geschrieben. Etwa 40 Meilen südlich von Boston befindet sich Foxborough, bekannt durch einige Spiele der WM 1994. Allerdings steht dort jetzt ein neues Stadion. Das Gillette Stadium, welches man für Soccer quasi nur mit dem Auto erreichen kann, macht eigentlich schon was her. Die Parkgebühr von 15 Dollar ist auch verhältnismäßig human im Gegensatz zu einem Footballspiel, für das man 35 Dollar zum Parken hinlegen muss. Das Ticket wurde mir von einem Jahreskarteninhaber und späteren Sitznachbarn für 15 Dollar verkauft, statt regulär 32 Dollar. Da bekommt man schon einen Vorgeschmack auf die AllianzArena.

 

 

Dafür ist das Spiel eher zum Kotzen. Weiß nicht, ob es mit 35 Grad einfach nur zu heiß war, oder ob sie es halt einfach nicht besser können. Mit einem torlosen Unentschieden und vielleicht zwei bis drei Chancen verabschieden sich die Spieler schließlich von den Zuschauern. Auswärtspublikum ist nicht vorhanden. Stehplätze werden einfach durch die 20 bis 30 eingefleischten Fans gebildet und problemlos toleriert. Das restlich Publikum verhält sich wie bei jedem sportlichen Event in den Staaten – individuell. Mal holt man sich schnell ein Bier, ´nen HotDog oder was vom McDonalds, der sich gleich zweimal im Stadion befindet. Dabei ist völlig egal, ob Joe-Max Moore, der alte Clubberer oder Freddie Adu, das fünfzehnjährige Supertalent gerade am Ball ist.

Der kann übrigens wirklich spitze mit dem Ball umgehen. Prognose: Wenn sein Millionenvertrag mit Nike ausläuft, der ihn an die MLS bindet, ist der bei einem, wenn nicht dem europäischen Spitzenverein. Vielleicht als Ersatz für das ewige Talent Santa Cruz.

Highlights des Spieles: Der Lattenknaller in der 92. Minute von Twellman hat fast einen Heimsieg zur Folge. Es bleibt beim nullzunull. Das ganze Spiel über gibt es keine feindlichen Kommentare seitens irgendwelcher Zuschauer. Zwei Minuten später ist das Spiel zu Ende. Die Uhr beginnt einen Countdown von 25 Minuten. Das ist wohl der Rausschmeißer. Die Reihen leeren sich. Ich bleibe noch etwas sitzen, um mich zu entspannen. Vor mir hocken noch so fünf Typen, von denen einer nach circa zehn endlich die Frage stellt, auf die ich schon sehnsüchtig warte: „Hey, what´s happening? Where is everybody?

Ach ja, mein Sitznachbar war übrigens der Meinung, dass sich die Jungs noch etwas anstrengen müssen, damit genug Publikum für die nächste WM im eigenen Land gewonnen werden kann. Diese solle nach seiner Turnusregelung und -rechnung wohl 2018 stattfinden. Also, schon mal Urlaub planen...

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