02.04.04
SSV Jahn 2000 Regensburg – 1. FC Nürnberg
Jahnstadion Regensburg, 2. Bundesliga
autor:
philantrop

Die Stadt Regensburg liegt zwar in der Oberpfalz, doch das hinderte mich nicht daran, sie als äußerst positiv wahrzunehmen. Vielleicht lag das aber auch nur daran, daß ich bisher immer nur befreundete Studenten in Regensburg besucht habe und nicht so sehr auf die Eingeborenen achten mußte.

An diesem Freitag besuchte ich aber ein Fußballspiel. Da es beim Einlaß einen Stau gab, gelang es uns erst eine viertel Stunde nach Spielbeginn, zwei der begehrten Plätze auf der Gegengeraden zu ergattern, von denen aus man das Spiel auch verfolgen konnte. Die zehn Oberpfälzer, die um uns standen, waren nicht angetan vom Erscheinen zweier Franken und taten ihre Ablehnung lautstark kund. Mich regten diese Menschen deshalb auf, weil sie mich ohne daß ich ihnen einen Grund gegeben hätte als Frankenschwein beschimpften, weil sie nur einen Schlachtruf kannten (SSV SSV SSV) und vor allem, weil sie einen Afrikaner (ihrer eigenen Mannschaft) diskriminierten (Schön g’macht, Bimbo). Ich mag solche Leute nicht und so konnte ich dann den Ausgleich in vollen Zügen genießen und entsprechend bejubeln. Dafür wurden wir massiv gerügt (Hooligans sand’s) Tschüß, ihr Vollidioten. Doch Regensburg konnte fünf Minuten vor Ende das 2:1 erzielen, mein Hintermann sprang mir absichtlich ins Kreuz, ich drehte mich um, um mich zu erkundigen, ob er noch alle beisammen hat und in dem Moment haut mir so ein Sackgesicht auf den Hinterkopf. Ja, geht’s noch? Nach einer kleinen Diskussion war das Spiel dann zu Ende und es gab keinen Grund zu bleiben, da ich ja kein Freund der dritten Halbzeit bin, wie mir es vorgeworfen wurde. Ich war sauer auf den Club, weil er auswärts wieder nichts zeigte und wollte nur weg von diesen Rassisten, denen man das gar nicht ansah. Beim Hinspiel in Nürnberg standen auch vier Regensburger hinter uns. In einem Fanblock, was die Gegengerade im Jahnstadion nicht mal ist. Die Vier können erzählen, wie fair man trotz aller Rivalität Gäste behandeln kann.
Von den Ausschreitungen nach dem Spiel habe ich nichts mitbekommen. Doch wenn ich dann in Blickpunkt Sport einen Bullen höre, der die Clubfans als “kriminelles Volk” bezeichnet, dann kommt mir schon ganz schön die Galle hoch.

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